2009 14 Apr

Krise?

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Ostern war herrlich. Das Wetter, der Frühling, die vielen Touristen - da konnten sich auch Münchens Rikschafahrer mal wieder so richtig ausstrampeln.
Von der Krise, also der globalen Finanzkrise, merkt man soweit noch nichts, fast nichts: Zweimal wurde ich am Karsamstag, während ich langsam Richtung Marienplatz leer zurückradelte, angehalten. Einmal sollte es von der Georgenstraße zum Hotel Vier Jahreszeiten, einmal vom Prinz-Carl-Palais zum Hotel Bayerischer Hof gehen. Beides Mal hielten mich Damen an - einmal in Begleitung der vielleicht zehnjährigen Tochter, einmal in Begleitung des Kindermädchens und des vielleicht vierjährigen Sohnes. Beides Mal hielten mir diese Damen zehn Euro entgegen und behaupteten, das wäre ihr letztes Geld. Beides Mal ließ ich mich auf die Fahrt ein. Beides Mal schlug ich nicht vor, bei einem Geldautomaten anzuhalten. Und beides Mal wurde ich mir ausführlich und äußerst freundlich am Ende der Fahrt gedankt.
Aber was bedeutet das? Ganz offentsichtlich wollen die Ehefrauen finanzkrisengeschüttelter Manager nicht auch noch die ohnehin schon stark gebeutelten Konten noch mehr mit Bargeldabhebungen belasten. Und stattdessen verlegen sie sich auf etwas, was sie in den fetten Jahren in diversen Seminaren gelernt haben, mit dem sie aber bislang nichts anzufangen wussten: Höflichkeit.
Mit anderen Worten: Nicht-monetäre Werte haben Konjunktur.
Toll, oder?

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 14. April 2009 und wurde abgelegt unter "Allgemeines". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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